Wie Pornographie Leben zerstört
Sie verspricht Lust ohne Beziehung, Nähe ohne Risiko, Befriedigung ohne Präsenz oder Anstrengung. Doch sie ist eine Falle für so viele Menschen.
Die psychoanalytische Perspektive.
Psychoanalytisch betrachtet handelt es sich um eine Regression in den Narzissmus — die eigene Lust und der nächste Kick stehen im Vordergrund, ohne Gegenüber. Nur die eigene Erregung. Der oder die „Andere“ wird zur reinen Projektionsfläche für die eigenen Phantasien.
Emotionale Abspaltung.
Was dabei im übermäßigen Konsum passiert, ist letztlich eine tiefe emotionale Abspaltung. Entfremdung zu unserem eigentlichen Begehren, zu unseren tieferen Bedürfnissen rund um reale Nähe, Intimität oder Verletzlichkeit. Pornographie schafft die Möglichkeit, unsere sozialen Ängste zu vermeiden und uns in eine Welt zurückzuziehen, die sich nicht mehr an realen Bedingungen bemisst. Die Fähigkeit zur echten Intimität kann dabei verkümmern.
Neurowissenschaftliche Dimension.
Neurowissenschaftlich betrachtet sprechen wir von einer dopaminergen Dysregulation — ganz ähnlich wie bei substanzgebundenen Süchten. Entzugserscheinungen bei der Entwöhnung sind ebenso typisch. Diese regelmäßige, intensive Stimulation des Dopaminsystems führt dazu, dass alles außer Pornographie weniger stimulierend oder interessant erscheint. Wir können dadurch einen bedeutenden Aspekt unseres Lebensmotors verlieren.
Das Ergebnis.
Am Ende finden wir keinen freien, lustvollen Menschen, der in Verbindung mit anderen ist — sondern Einsamkeit.
Echte Nähe ist immer ambivalent, unkontrollierbar; in ihr steckt Frustration bis hin zu manifesten Ängsten, die wir überwinden dürfen. Nähe ist etwas, das passiert, wenn wir uns und den anderen gleichzeitig zulassen können — in Verbindung mit unserer inneren Tiefe und geöffnet für die des anderen.
