Wenn man sich
selbst im Weg steht.
Selbstzweifel sind häufig nicht das eigentliche Problem. Sie sind ein Hinweis — auf eine Beziehung zu sich selbst, die irgendwann unter Druck geraten ist.
Viele Menschen erleben sich über lange Zeit als zu empfindlich, zu unsicher oder schlicht nicht ausreichend. Sie messen sich an Maßstäben, die nie wirklich ihre eigenen waren, und merken erst im Rückblick, wie erschöpfend dieses ständige Abgleichen geworden ist. Der Zweifel sitzt nicht in einer konkreten Schwäche — er sitzt tiefer. In der Art, wie man sich selbst begegnet.
Das Tückische an Selbstzweifeln ist, dass sie sich oft rational anfühlen. Als würden sie auf reale Defizite hinweisen. Dabei sind sie meistens das Ergebnis von Erfahrungen, die nichts mit der eigenen Unzulänglichkeit zu tun hatten — sondern mit Umgebungen, die wenig Raum für Eigenartigkeit gelassen haben. Für Widerspruch. Für das, was noch nicht fertig ist.
Aus dieser Perspektive verändert sich die Frage. Nicht: »Was stimmt nicht mit mir?« Sondern: »Wie bin ich zu dieser Überzeugung gekommen — und welche Erfahrungen hätte es gebraucht, damit ich mich anders einschätze?«
»Selbstbeziehung bedeutet nicht, immer mit sich einverstanden zu sein. Sie bedeutet, sich auch im Widerspruch nicht zu verlassen.«
Eine tragfähige Selbstbeziehung entsteht nicht durch positive Überzeugungen oder motivierende Selbstsätze. Sie wächst, wenn widersprüchliche Erfahrungen wahrgenommen werden dürfen — wenn das, was man fühlt und denkt, nicht sofort korrigiert werden muss, bevor man es sich selbst gegenüber zugibt.
In der Beratung untersuchen wir gemeinsam, wie bestimmte Selbstbilder entstanden sind, welche Beziehungen und Erfahrungen sie geprägt haben und wo neue Handlungsmöglichkeiten entstehen können. Nicht als Reparaturprojekt — sondern als eine Form der Wiederannäherung an das, was ohnehin schon in einem vorhanden ist.

